Basiswissen Geldanlage
Wie Sparen, Vermögen und die Börse zusammenhängen
"Warum soll ich eigentlich an der Börse Geld anlegen?" Diese Frage stellen sich viele Anleger, wenn ihnen vorgeschlagen wird, an der Börse zu investieren. Die Antwort darauf ist relativ einfach: Weil Sie Rendite erreichen wollen. Denn eine ausreichende Altersvorsorge braucht Zins und Zinseszins – und das bringt die Börse.
Sparen Sie 100 Euro monatlich über 25 Jahre bei einer Lebensversicherungs-Rendite von 4 %, stehen am Ende 51.000 Euro zu Buche. Bei 8 % aus einem Aktienfonds sind es schon 91.000 Euro und damit ein um 78 % höheres Vermögen! Das Fazit: Die Börse hilft Ihnen, sich nicht mit unrentablen Geldanlagen arm zu sparen. Setzen Sie zumindest einen Teil Ihres Sparbeitrags für renditeträchtige Anlageformen wie z. B. Aktienfonds ein.
Was ist mit den Nachteilen?
Es gibt keine Sicherheit an den Börsen. Niemand kann Ihnen garantieren, dass Sie in 2, 5 oder 10 Jahren eine Rendite X verdienen werden. Jede Chance birgt auch das Risiko, Geld zu verlieren – und an der Börse können Sie mit entsprechend spekulativen Papieren hoch verlieren.
Ist Börse nicht ein bisschen wie zocken?
Ja, wenn Sie einfach blind auf Empfehlungen setzen, ohne selbst Informationen zu sammeln. Dann machen Sie nichts anderes als auf dem Lottoschein: Sie kreuzen das Unternehmen A an und hoffen, dass es zu den Gewinnern gehört. Nein ist die Antwort, wenn Sie Ihre Anlageentscheidungen wirklich fundiert treffen, sich über das Unternehmen informieren, in das Sie Ihr Geld stecken möchten, und gute Gründe finden, die das Investment rechtfertigen. 100 % Sicherheit haben Sie dann immer noch nicht, aber die Gewissheit, alles für den Anlageerfolg getan zu haben.
Ist es nicht viel zu kompliziert, an der Börse zu investieren?
Nein, alles, was Sie brauchen, ist ein bisschen Zeit, Geld zum Anlegen und die Bereitschaft, sich in die Materie "Börse" einzuarbeiten. Aber das gilt für jede andere Geld-Entscheidung auch …
Warum sinken und steigen die Kurse an der Börse?
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das merken Sie vor allem in den Hoch- und Tiefzeiten der Börse. Wenn jetzt im Herbst den Banken die Luft ausgeht, verkaufen die Anleger hektisch ihre Bankaktien. Die Folge: Es gibt ein großes Angebot, aber kaum Nachfrage – der Preis sinkt. Umgekehrt ist der Mechanismus, wenn sich viele Anleger um Aktien bemühen und bereit sind, immer höhere Preise zu zahlen. Das Angebot ist klein, die Nachfrage riesig, und die Preise gehe durch die Decke.
Was brauche ich, um an der Börse kaufen und verkaufen zu können?
Als Hardware brauchen Sie Geld (das Sie auch längerfristig entbehren können) und ein Depot, das Sie im Internet meist kostenlos eröffnen können. Und als Software brauchen Sie die Informationen, die Ihnen bei der Entscheidung zum Kauf oder Verkauf Ihrer Wertpapiere helfen.
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Sind Berater hilfreich?
Ja und nein. Wenn Sie an einen unabhängigen Berater geraten, der tatsächlich Ihre Interessen vertritt, ist gegen Beratung erst einmal nichts einzuwenden. Skeptisch würde ich bei Beratern werden, die ganz kostenlos Ihre Finanzen "scannen" und optimieren wollen. Denn auch diese "Berater" müssen von irgendetwas leben – und das werden im Zweifelsfall die Provisionen sein, die Sie versteckt zahlen.
Was sind die größten Probleme der Kleinanleger?
Unwissenheit und Gier. Denn gerade in Zeiten niedriger Zinsen und mauer Renditen sind Menschen anfällig für Geldanlagen, die den schnellen Euro über Nacht versprechen. Halten Sie sich immer die Realität vor Augen: Renditen über dem Marktniveau bergen grundsätzlich das Risiko, auch viel Geld bis hin zum Totalverlust zu verlieren oder einem Scharlatan aufzusitzen. Beides hat für Ihre Geldanlagen fatale Folgen, weil Sie Ihr Vermögen riskieren.
Kann oder muss ich online kaufen?
Ja. Die Konditionen im Internet sind im Schnitt um einiges günstiger als bei Hausbanken, auch wenn die mittlerweile günstigere Modelle anbieten. Das Online-Banking bei Börsengeschäften hat zudem den Vorteil, dass Sie schneller reagieren können und einen besseren Überblick über die Transaktionen haben. Häufig bringen vor allem Filialbanken die Beratung ins Spiel, die für die Hausbank sprechen soll. Tatsache ist: Die Entscheidungen für Börsengeschäfte müssen letztlich Sie treffen – eine Beratung kann da nur einen Tipp oder eine Anlageidee liefern. Und für diese Tippgeber-Funktion sind die meisten Hausbanken zu teuer!