Organspendeausweis
Vorsorgen und Leben retten
Mit und nach dem eigenen Tod Menschen Leben schenken oder zumindest die Gesundheit zurückgeben – das steckt hinter der Idee vom Organspenden. Denn die Organe verstorbener Menschen können wertvolle "Ersatzteile" für kranke und todkranke Menschen sein. Möchten Sie Organspender werden?
Dann finden Sie hier alle Informationen, die Sie als zukünftiger Spender benötigen. Mittlerweile lassen sich nicht nur Herz, Leber, Lunge oder Nieren übertragen, sondern auch die Bauchspeicheldrüse (wichtig für Diabetes-Kranke) oder die Augenhornhaut.
Wer bekommt meine Organe?
Es gibt eine Warteliste, auf der potenzielle Empfänger stehen. Grundsätzlich kommt ein Patient dann für das Einpflanzen eines neuen Organs in Frage, wenn eine andere Therapie keinen Erfolg mehr verspricht, die Erkrankung des eigenen Organs mit Sicherheit in eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung münden wird oder ein solches Krankheitsstadium bereits eingetreten ist – und wenn der Patient nach einer erfolgreichen Transplantation mit hoher Wahrscheinlichkeit länger und besser leben wird als ohne diesen Eingriff. Weitere Voraussetzung: Der Gesundheitszustand des Empfängers muss stabil genug sein für die Operation und die anschließende, dauerhafte medikamentöse Behandlung.
Rechtliche Hürden
Während sich viele Leute vorstellen können, mit einer Organspende zu helfen, werden tatsächlich sehr wenig Organe gespendet. Grund sind rechtliche Hürden, denn als Organspender kommt nur infrage, wer sich positiv bereit erklärt hat, seine Organe zu spenden oder wer Angehörige hat, die ihre Einwilligung geben. In anderen Ländern wie Österreich oder Spanien dürfen dagegen jedem Verstorbenen Organe entnommen werden, es sei denn, er hat das ausdrücklich verboten.
Organspendeausweis erforderlich
Wer bei der Frage nach der Vorsorge zu dem Ergebnis kommt, dass er gerne Organspender werden möchte, der muss diesen Willen auch kundtun. Dafür brauchen Sie einen Organspendeausweis, mit dem Sie festlegen können, ob Organe entnommen werden dürfen und bei welchen Organen Sie sich das vorstellen können. "Organspendeausweis" hört sich übrigens bürokratischer an als es in Wirklichkeit der Fall ist. Sie
können hier kostenlos eine Vorlage herunterladen, einfach ausfüllen und Ihren Willen damit kundtun.
Tipp: Das Testament reicht nicht. Es ist übrigens nicht empfehlenswert, den Willen zur Organspende (oder den entgegengesetzten Willen) ins Testament aufzunehmen, denn die Testamentseröffnung erfolgt in aller Regel zu einem Zeitpunkt, an dem die Entnahme von Organen nicht mehr möglich ist.
Wer sollte über meinen Ausweis Bescheid wissen?
Informieren Sie immer Angehörige und nahestehende Freunde darüber, dass Sie einen Organspendeausweis ausgefüllt haben und wie Sie sich entschieden haben. So müssen Sie Verwandte bei einem Tod nicht in Gewissenskonflikte stürzen! Diese müssen nämlich im Fall eines Hirntodes aufgrund eines Unfalls oder einer plötzlichen schweren Erkrankung die Entscheidung für oder gegen eine Organspende übernehmen, wenn kein Ausweis vorliegt und der Verstorbene zu Lebzeiten seine eigene Entscheidung nicht mitgeteilt hat.
Wo sollte ich den Ausweis aufbewahren?
Der Organspendeausweis wird an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt. Es ist sinnvoll, den Ausweis mit den Personalpapieren bei sich zu tragen. In Notfällen schauen Rettungskräfte dort als erstes nach und können die Angehörigen verständigen. Möglich ist aber auch, den Ausweis bei Angehörigen oder einer nicht verwandten Vertrauensperson zu hinterlegen.
Auch als "Nicht-Spender" Ausweis mitführen
In einem Organspendeausweis können Sie auch festlegen, dass Sie nicht als Spender zur Verfügung stehen. Eine solche Erklärung ist ein wichtiges Zeichen für Ärzte, dass Sie Ihre Organe nicht spenden möchten – vor allem in Ländern, bei denen eine positive Zustimmung nicht erforderlich ist, haben Sie so Sicherheit, dass es nicht zu einer ungewollten Organ-Entnahme kommt.
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