Freitag, 18.05.2012 18:05 Uhr
Im Fokus:

Kinder und Finanzen

Bringen Sie Ihrem Kind Geld bei!

Möchten Sie, dass Ihr Kind "gut" mit Geld umgehen kann? Dann bringen Sie es ihm einfach bei. Wenn Ihr Nachwuchs ein Leben lang verantwortungsvoll mit Geld umgehen soll, dann muss er früh finanzielle Verantwortung in allen Lebenslagen lernen und übernehmen.
Kinder und Finanzen Bringen Sie Ihrem Kind Geld bei!

Zum Warten erziehen

Wir können uns fast jeden materiellen Wunsch sofort erfüllen – Kredite machen es möglich. Auch Ihr Kind kann diesen Mechanismus früh am eigenen Leib erfahren – wenn z. B. das gesamte Taschengeld auf einen Schlag ausgegeben werden soll und die Eltern für eine etwas teurere Anschaffung auch noch die fehlenden Euros drauflegen. Es ist an Ihnen, Ihrem Kind die Folgen solcher "Kreditkäufe" vor Augen zu führen und ihm klarzumachen: Sparen ist immer der bessere Weg. Dann machen die Kinder auch als Erwachsene weniger Fehler im Umgang mit Krediten.

Spar-Anreize schaffen

Wenn Ihr Kind einen materiellen Herzenswunsch erfüllt haben möchte, dann gehen Sie genauso vor, wie Sie es (hoffentlich) selbst auch tun: Erklären Sie ihm, dass das Geld nicht reicht, um sich den Wunsch sofort zu erfüllen. Rechnen Sie vor, wie lange dafür im günstigsten Fall gespart werden muss. Und schaffen Sie einen zusätzlichen Spar-Anreiz: Sie zahlen einen kleinen Zins, damit das nötige Geld schneller zusammenkommt und das Sparen interessanter wird.

Zum Arbeiten ermutigen

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes selbst verdientes Geld? Wie stolz Sie waren, als Sie das erste Mal für Ihre Arbeit bezahlt wurden? Wie wichtig diese Erfahrung für Sie war? Unterstützen Sie Ihr Kind, damit es die gleichen Erfahrungen machen kann. Nichts prägt Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit Geld mehr, als wenn sie sehen, dass durch Arbeit und durch den Lohn ihr persönlicher Einsatz und ihr Engagement belohnt werden.

Bieten Sie einen Job an!

Fangen Sie bei einem jüngeren Kind damit an, ihm kleinere Jobs – wie Autowaschen oder Rasenmähen – zu übertragen. Wichtig dabei: Zahlen Sie immer zusätzlich zum Taschengeld einen realistischen Lohn, damit Ihr Kind nicht glaubt, Rasenmähen werde auch außerhalb des Elternhauses so fürstlich entlohnt. Und unterstützen Sie später mit 15 oder 16 Jahren die Suche nach einem "echten" Job: So kann Ihr Kind sich teurere Wünsche erfüllen, ohne von Ihnen finanziell abhängig zu sein.

Die richtige Wahl treffen

Viele von uns haben nicht gelernt, bei Geld-Fragen eine fundierte Entscheidung zu treffen. Das beste Beispiel: Versicherungen. Statt uns im Internet selbst zu informieren, welche Police zu uns passt, lassen wir uns lieber von unserem Versicherungsagenten etwas verkaufen. Die Folge: Wir treffen (vielleicht sogar verhängnisvolle) Fehlentscheidungen, die uns viel Geld kosten.

Ich hätte viel lieber ...

Bringen Sie Ihrem Kind schnell bei, Entscheidungen zu treffen und damit zu leben, auch wenn es die Entscheidung später bereut: Wie oft haben Sie von Ihrem Kind schon den Satz "Ich hätte viel lieber ... gehabt" gehört? Bieten Sie Ihrem Kind im täglichen Leben Alternativen: Anfangs mit 3 oder 4 Jahren nur 2 (der rote oder der blaue Pulli?), später sollte es dann mehr "Wahlmöglichkeiten" haben. So lernt Ihr Kind im täglichen Leben spielerisch, die richtige Wahl zu treffen, und wird das auch beim Geld können.

Den Wert vermitteln

Kinder können den realen Wert von Geld kaum einschätzen. Nicht umsonst bieten sie deshalb oft ihr 10-€-Sparschwein an, wenn sie von Geld-Sorgen der Eltern erfahren. Viele Kinder haben aber auch als Jugendliche immer noch keine Vorstellung vom Geld-Wert, und das ist gefährlich: Denn ohne Wertvorstellung kann niemand einschätzen, wie er Geld sinnvoll ausgibt.
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Was ist es dir wert?

Dabei kann der Nachwuchs die Wertschätzung sehr leicht lernen, ohne dass sie ihm erzählen: "Dieses Spielzeug ist seinen Preis nicht wert." Wenn Ihr Kind etwas kaufen will, lassen Sie es auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, wie wichtig es ihm ist. Garantiert kommt als Antwort die 10. Stellen Sie die gleiche Frage noch einmal nach einer Woche – die Antwort fällt sicherlich anders aus. Das alleine reicht bei 7- oder 8-Jährigen auf Dauer bereits, um sich selbst ein Werturteil zu bilden.

Den Worten Taten folgen lassen

Geld-Erziehung heißt für Sie auch: Seien Sie konsequent in dem, was Sie fordern und was Sie selbst tun. Sie können von Ihrem Kind nicht Spar-Disziplin einfordern und gleichzeitig auf Kredit einkaufen. Und Sie können sich nicht Geld leihen, es nicht zurückzahlen und erwarten, dass Ihr Kind später ein guter Schuldner wird.
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Das tägliche Geld-Spiel

Außerdem dürfen Sie nicht überkritisch sein. Wenn Ihr Kind eine (Ihrer Meinung nach) unsinnige Anschaffung plant, dann beißen Sie sich einfach mal auf die Zunge und kommentieren Sie die Anschaffung nicht. Vergessen Sie aber auch nicht, wer wer ist im täglichen Geld-Spiel zwischen Kindern und Eltern: Sie können nicht immer der liebe Vater oder die liebe Mutter sein. Verantwortung zu lernen, bedeutet für Ihre Kinder auch, mit einem Nein von Ihnen umgehen und leben zu können.
09.04.2012
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Foto: MC_PP - Fotolia.com
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