Freitag, 18.05.2012 19:06 Uhr
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Finanz-Check

Die 3D-Pflegerente der Generali

Eine Pflegezusatzversicherung sichert diejenigen ab, die sich im Pflegefall nicht auf die begrenzten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verlassen wollen. Die Generali bietet eine solche Zusatzversicherung als 3D-Pflegerente sogar ohne Gesundheitsprüfung an.

Merkmale:
Um diese Pflegezusatzversicherung überhaupt abschließen zu können, müssen Sie zuerst einmal eine klassische Rentenversicherung abschließen. Zusätzlich finanzieren Sie mit Ihren Beiträgen eine Anwartschaft für die Pflegeversicherung, die sie frühestens nach 12 Jahren ausüben können. Die dann fälligen Leistungen aus der Rentenversicherung sollen den Beitrag für die Pflegezusatz-versicherung finanzieren. Wer nicht warten will, muss eine sofort beginnende Pflegerente absichern – allerdings müssen dann Gesundheitsfragen beantwortet werden.

Die Bemessung der Pflegebedürftigkeit richtet sich nicht nach den Vorgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung, sondern danach, welche Aktivitäten des täglichen Lebens nicht mehr alleine verrichtet werden können. Dazu gehören die Tätigkeiten …
  • Fortbewegen im Zimmer,
  • Aufstehen und Zubettgehen,
  • An- und Auskleiden,
  • Einnahmen von Mahlzeiten und Getränken,
  • Waschen,
  • Verrichten der Notdurft.
Können 3 der 6 Tätigkeiten nicht mehr ohne Hilfe oder Hilfsmittel verrichtet werden, wird Pflegestufe 1 anerkannt. Bei 4 und 5 Punkten gibt es die Pflegestufe II, bei 6 Punkten die Pflegestufe III. In Pflegestufe I werden 50 % der vereinbarten Leistungen gewährt, in Pflegestufe II 75 %, in III gibt es die volle Leistung.

Stärken: Auch ältere Antragsteller können bis zum 70. Geburtstag mit diesem Modell noch eine Pflegeversicherung abschließen und nicht wegen Vorerkrankungen abgelehnt werden. Außerdem muss die Option zum Abschluss der Pflegeversicherung nicht gezogen werden – alternativ wird das angesammelte Kapital der Rentenversicherung ausgezahlt oder in eine lebenslange Rente umgewandelt. Die Bewertung der Pflegebedürftigkeit nach Aktivitäten des täglichen Lebens ist eine hohe Hürde, vor allem, wenn Pflegestufe III erreicht werden soll. Der Vorteil: Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es kein "Minutenzählen", denn die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen hängt nicht vom Zeitaufwand für die pflegerische Unterstützung ab.

Schwächen: Das Modell bietet nicht die Absicherung, die sich Kunden von einer Pflegezusatzversicherung erhoffen. Schutz gibt es frühestens nach 12 Jahren – wird man vorher ein Pflegefall, muss man den Ablauf der 12 Jahre abwarten. Die Ausnahme: Man entscheidet sich doch für eine Gesundheitsprüfung. Dazu kommen hohe Kosten: Ein heute 53-jähriger Mann muss nach einer Beispielrechnung der Generali über 12 Jahre 176 Euro aufbringen, um die Rentenversicherung zu besparen und sich eine Option über 1.500 Euro monatliche Rente im Pflegefall zu sichern. Natürlich kann der monatliche Beitrag geringer angesetzt werden – aber dann taucht ein weiteres Problem auf: Egal, wie viel Geld Sie einzahlen, es ist grundsätzlich nicht sicher, dass das Guthaben aus der Rentenversicherung reicht, um daraus die Kosten der Pflegezusatzversicherung zu bestreiten. Denn die Generali kann nicht garantieren, dass das Kapital ausreicht, um die Pflegezusatzversicherung daraus zu finanzieren. Das bedeutet: Sie müssen eventuell zusätzliche Beiträge zahlen.

Wettbewerb: Das Modell der Generali ist derzeit alleine am Markt – und wird es wohl auch bleiben. Klassische Pflegezusatzversicherungen mit leistungsstarken Tarifen bieten für deutlich geringere Kosten einen sofort beginnenden Schutz. Die DKV (Tarif PET) versichert 54-jährige Antragsteller mit einem Rentenwunsch für 36,45 Euro im Monat, die Württembergische (Tarif PT1) verlangt 38,50 Euro.

Fazit: Die Police taugt allenfalls als Notnagel, wenn keine klassische Pflegezusatzversicherung zu bekommen ist.

20.09.2011
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Foto: mestmedia
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